Besuch der Biomethan-Anlage Hahnennest: Wege für uns zum Erhalt von Böden, Heizungen und Häusern?

Im November besuchte die Senioren Union die Schönbrunner Biogas-Anlage, wir berichteten bereits.  Am 11. Februar reiste unser Arbeitskreis Energie ins oberschwäbische Hahnennest.  Das ist ein kleines Dorf zwischen Biberach und Überlingen, in dem vier Landwirte seit 2010 eine erfolgreiche Biogas-Anlage betreiben (www.energiepark-hahnennest.de).  Das Foto zeigt den Teil der Anlage, der zuständig ist für die Aufbereitung des Biogases zu heizungsfähigem Biomethan, das direkt ins Erdgasnetz eingespeist wird.

Es gibt dort zwei Besonderheiten: Auf rund 800 Hektar in nur 5 km Umkreis wird hauptsächlich die Donau-Silphie als Energiepflanze angebaut und in Biogas umgewandelt. Sie wächst mehrjährig, wird über 3 Meter hoch, blüht ähnlich wie Sonnenblumen und ist ein Humusmehrer; Mais dagegen ist ein Humuszehrer.  Die Silphie-Pflanze trägt enorm zur Artenvielfalt auf dem Feld und im Boden bei.  Sie kann 10 bis 20 Jahre stehen und ist ab dem fünften Jahr für die Bauern lohnender als Mais, weil sie kaum Feldarbeit braucht.  Durch den dauerhaften Bewuchs hilft sie fast das ganze Jahr über, den Regenwasserablauf vom Acker stark zu bremsen.  2024 hat gezeigt, dass wir das bei uns an einigen Stellen bitter nötig hätten, damit Bäche und Keller nicht ungebremst und wiederkehrend volllaufen und damit die Häuser der Anlieger ihren Wert nicht verlieren.  Und 2023 hätte das den Böden viel gegen die damalige Dürre geholfen.

Die zweite Besonderheit:  Fast alles wird ins Erdgasnetz eingespeist, nur ein kleiner Teil wird zu Strom oder zu Fernwärme, wie sonst bei Biogasanlagen üblich.  Wer als Endverbraucher entsprechend aufbereitetes Biomethan bezieht, braucht seine Gasheizung nicht zu wechseln und zahlt keinen CO2-Preis. 

Das sind genug Gründe, um sich im Sinne aller mit dem Thema weiter zu beschäftigen, auch weil es bei uns sehr unwahrscheinlich ist, dass sich die Fernwärme über neue teure Leitungen lohnen kann.  Das zeigt jedenfalls die bereits vorliegende kommunale Wärmeplanung Münchens für Stadtviertel wie Harlaching, die am ehesten der Ortsstruktur von Haimhausen entsprechen. Wärmepumpen und Dämmung für Bestandshäuser sind zwar bereits erprobte, sehr gute Lösungen, aber sie passen leider nicht überall und sind für viele kaum zu bezahlen.

Das Hahnennest speist im Jahr 42 Gigawatt-Stunden (also 42 Millionen kWh) Biomethan ins Gasnetz ein.  Anlagengrößen und Anbauflächen können bedarfsgerecht gewählt werden, denn die Technik skaliert linear. In Haimhausen wurden im Jahr 2021 laut dem neuen kommunalen Energienutzungsplan 22,4 Gigawatt-Stunden Erdgas verbraucht, sowie 12,6 Gigawatt-Stunden Heizöl (ca. 1,26 Millionen Liter).